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Donnerstag, 10. November 2016

Wir retten den Sonntagsbraten - Wildsauerbraten

Wie schnell die Zeit vergeht ...

Vor nicht mal 2 Monaten hatten wir noch einen hochsommerlichen September mit Temperaturen um die 30°C und nun fallen draußen schon die ersten Schneeflocken und der Kamin knistert fröhlich vor sich hin! Man sitzt eingekuschelt auf dem Sofa und im Backofen schmurgelt der erste Sonntagsbraten ... hach. Und als wenn wir den Wintereinbruch geahnt hätten, rettet die Rettungstruppe rund um Sina und Susi heute den Sonntagbraten vor der Tütchenindustrie. 

Da gibt es tatsächlich Fix&Co für Braten aller Art! Für mich total unverständlich, denn den Braten muss man ja so oder so kaufen und auch braten ... wobei ich auch schon von komplett fertigen Braten gelesen habe :o( Und die paar Zutaten, die ein köstlicher Sonntagsbraten dann noch braucht, hat man ja meist eh irgendwie im Hause. Also Finger weg von Tütchen mit Geschmacksverstärkern, Zucker und sonstigen Zusätzen! 

Ein Klassiker, den es in jeglicher Form zu kaufen gibt ist wohl der Rinder-Sauerbraten. Dank meines Jäger-Papas habe ich euch zum heutigen Rettungstage nun die Feiertags-Version eines Sauerbratens mitgebracht, nämlich einen Sauerbraten aus Wildfleisch. Mit ordentlich Rotwein und Rübenkraut 

Wildsauerbraten




Zutaten für 2-3 Personen:

500 g schieres Wildfleisch von Reh oder Wildschwein

Für die Marinade:
1 kleine Möhre
50 g Sellerie
1 Zwiebel
1 Flasche Rotwein
50 ml Rotweinessig
1 TL Pfefferkörner schwarz
1 TL Senfkörner
1 TL Wacholder
1 Lorbeerblätter
1 Nelke
1 Zweig Thymian
1 Knoblauchzehen

Für die Sauce:
1 EL Butterschmalz
1 geh. TL Tomatenmark
1 EL Rübenkraut (Grafschafter Goldsaft)
1 EL Apfelkraut
1 Scheibe Schwarzbrot
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wie bei Sauerbraten üblich, muss das Stück Fleisch einige Tage in Essig-Lake marinieren. Als Faustregel gilt hierbei, dass die Marinade ca. 1 cm pro Tag in das Fleisch eindringt ... wer also einen 10 cm dicken Braten vor sich liegen hat, sollte ihn mindestens (!) 5 Tage durchziehen lassen. 

Für die Marinade putze und würfel ich die Möhre, den Sellerie und die Zwiebel und gebe sie mit den restlichen Zutaten zu dem Fleisch in einen verschließbaren Behälter. Mit der Marinade bedeckt darf der Braten nun im Kühlschrank marinieren.

Am Zubereitungstag nehme ich das Fleisch aus der Marinade. Die Marinade gieße ich durch ein Sieb und fange dabei den Rotweinsud auf, ebenso wird das Gemüse im Sieb aufgehoben. Das Fleisch wird nun abgetupft und rundherum mit Salz und Pfeffer aus der Mühle gewürzt.

In einem schweren Topf erhitze ich dann das Butterschmalz und brate das Stück Fleisch scharf darin an. Danach entnehme ich das Fleisch und röste das aufgefangene Gemüse im Bratensud gut an. Das Ganze wird nun mit Tomatenmark, Rübenkraut und Apfenkraut 'abgeröstet' und nach und nach mit der aufgefangenen Marinade abgelöscht. Zuletzt legt man die Scheibe Schwarzbrot und den Braten wieder in die zukünftige Sauce

Den Braten kann man nun unterschiedlich garen; im Backofen oder auf dem Herd. Auf dem Herd lässt man den Braten 1 1/2 bis 2 Stunden im geschlossenen Topf auf niedriger bis mittlerer Hitze bruzzeln. Beim Garen im Backofen, heizt man den Backofen auf 180°C (O/U), 160°C Umluft vor und brät den Sauerbraten ca. 2 Stunden im Topf mit Deckel. Bei beiden Garmethoden empfehle ich den Braten hin und wieder in der Soße zu wenden und wenn die Sauce zu dick wird einfach einen Schluck Wasser nachzugießen.

Ist das Fleisch dann gar, dh kurz vor dem Auseinanderfallen, nimmt man es aus der Soße und stellt es zum Warmhalten in den Backofen. Die Soße gieße ich durch ein Sieb um alle groben Stückchen zu entfernen. Den Inhalt des Siebes drücke ich dann ordentlich durch das Sieb und gieße noch etwas Wasser drüber, so dass auch ja nichts der köstlichen Sauce verschwendet wird. Die Sauce gebe ich wieder in den Topf und lasse sie noch einmal aufkochen. Ist die Sauce zu flüssig, kann man sie noch ein wenig einkochen lassen oder mit etwas Stärke andicken ... bei mir ist die Sauce immer schon so dick, dass ich auf das Anducken verzichten kann.

Den Sauerbraten serviere ich dann ganz klassisch mit Knödeln und Apfelmus 




Notizen zum Rezept:

  • Selbstgemachte Knödel sind nicht nur super-lecker, sondern auch ganz einfach gemacht! Hier ein kurzes Rezept: Geschälte Kartoffeln (am besten mehlig kochende Kartoffeln) mit etwas Salz kochen und dann direkt durch eine Presse drücken. Abkühlen lassen. Die Kartoffelmasse in der Schüssel vierteln und ein Viertel herausheben, bzw auf die anderen 3/4 legen. Das so entstandene Loch mit Kartoffelstärke auffüllen. 1 Ei und etwas Salz hinzu geben und alles gut vermengen. Die Masse sollte nicht mehr kleben, wenn doch: noch etwas Kartoffelmehl hinzu geben. Aus dieser Masse können dann die Knödel geformt werden und in heißem, nicht mehr kochenden Wasser ca. 20 Minuten gegart werden.
  • Apfelmus selbermachen ist übrigens auch kein Hexenwerk ;o) Geputzte, geschälte und gewürfelte Äpfel mit einem Schluck Wasser unter Rühren im Topf so lange bei mittlerer Hitze schmurgeln lassen bis die Äpfel weich und zerfallen sind. Je nach Süße der Äpfel kann/muss man noch etwas Zucker hinzu geben. Einfach, oder? Das Apfelmus kann man dann natürlich noch fein pürieren, wir mögen die gröbere Variante aber lieber ;o)




Und da sind noch so viel mehr köstliche Braten, denn die Rettungstruppe von #wirrettenwaszurettenist war wieder am Werke und hat jede Menge tolle Bratenrezepte ohne Fix und Co. für euch gezaubert. Schaut mal vorbei, ich kriege beim bloßen Lesen schon richtig Lust auf einen Sonntagsbraten :o)

Pane-Bistecca - Schulter Steak Braten mit Kruste

Prostmahlzeit - Gebratener Schweinebauch

Giftigeblonde - Bio Rindsbraten mit Rotweinsauce

Summsis Hobbyküche - Sauerbraten

Leberkassemmel und mehr - Krustenbraten mit Speckknödel

magentratzerl - Rinderschmorbraten mit Balsamicosauce und Kartoffelknödeln

kebo homing - Truthahnbraten “all in one”

lieberlecker - Rindsbraten mit Biersauce

Friederike Fliederbaum - Husarenbraten

Brotwein - Schweinebauch aus dem Ofen

Anna Antonia - Herzensangelegenheiten: eine Art Brasato al Barolo (Rehkeule in Rotwein) 

Genial lecker - Entenbraten

Auchwas - Schinkenbraten in Apfelmost-Sauce

Unser Meating - Rinderbraten mit Bratapfelkruste



15 Kommentare

  1. Ein wunderbare Idee Wild als Sauerbraten zu machen, dazu noch diese super Zutaten. Der ganze Teller sieht so was von verführerisch aus!. DANKE für das schöne Rezept.
    Herzliche Grüße
    Ingrid

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  2. Sehr schön gerettet - danke :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy
    PS. Beim Apfelmus ziehe ich "mein" Ofenapfelmus vor

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  3. Deine Sosse hat ja wirklich eine super schöne Farbe. Kommt das durch das Brot? Das kannte ich noch nicht. Beim Sauerbraten ziehe ich meine Variante mit saurer Sahne vor. Aber das ist nur mein persönlicher Geschmack. Sehr schönes Rezept und tolles Foto.

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  4. Super Idee, Wild ist zwar gar nicht meines, aber mein Maenne liebt es. Ich klau mir auch gleich das Knoedelrezept, die liebe ich wiederum heiss.

    LG Wilma/Pane-Bistecca

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  5. Ein Jäger-Papa! Jetzt bin ich neidisch. Ein bisschen :-)

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  6. aha Sauerbraten... sieht sehr gut aus, aber das Marinieren in Essig-Lake klingt für mich sehr ungewöhnlich,
    lg aus Wien

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  7. Pahh! Bitte was für eine grandiose Sauce hast du da gezogen?
    Die Farbe ist wunderbar und Wild ist sowieso was ganz Tolles.
    Ich hab keinen Jängerpapa, aber hier gibt's ein Geschäft, dass Wild aus der Region (hier ausn Wienerwald) verkauft, kaufe ich also Wild, dann kann ich wenigstens sicher sein, es ist von ums Eck auf meinen Teller gelandet!
    Danke fürs Mitmachen und liebe Grüße

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  8. Oh, liebe Klaudia!
    Dein Wildsauerbraten sieht so wunderbar und ansprechend aus, ich bin total begeistert. Ich würde die Portion sofort so nehmen, mit Knödel und Apfelmus. Hach, ein wirklich toller Beitrag!
    Liebe Grüße aus der Küchenliebelei, die heute leider aussetzt,
    Marie-Louise

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  9. Liebe Klaudia!
    Klassischen Sauerbraten kenn ich ja, aber mit Wild leider (noch) nicht. Ich weiß nicht, wo ich das hier kriege, aber es bedarf unbedingt des Nachkochens, weil deine Sauce absolut fantastisch aussieht zu dem mürben Fleisch.
    Lg, Miriam

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  10. Ohhh, die Sauce schaut ja genial aus! Und Sauerbraten mit Wild kenn ich bisher auch noch nicht. Wieder neue Ideen dazu bekommen :)
    Viele Grüße
    Daniela

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  11. Liebe Klaudia,
    jetzt hab ich grad den Krustenbraten bei Susi gesehen (liebe ich ja auch), dann hier noch mal ein super Bratengericht. Ich muss gestehen, ich koche ja viel und gerne, aber Sauerbraten hab ich noch nie gemacht. Sollte ich unbedingt nachholen. Danke fürs Rezept und liebe Grüße,
    Kebo

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  12. Sauerbraten mache ich auch sehr gerne! Man kann es etwas verkürzen, wenn man den Braten gelegentlich umdreht. Die Auflagestelle bekommt immer so wenig ab - zumindest bei meinen Rindersauerbraten. Den aus Wild muss ich mal probieren - Sauerbraten hatte ich eigentlich eh für die Weihnachtstage geplant...

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  13. Eine wunderschöne Sauce ist das geworden. Dass du eine Quelle für Wild hast, darum beneide ich dich sehr! Ich bin immer noch am Suchen.

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  14. Sauerbraten aus Wild, klasse. Mit Rehkeule hatte ich den auch schon, Wildschwein steht noch auf der Wunsch-Liste und rutscht dank dir ganz nach oben. Deine Sauce, die sieht wirklich fantastisch aus.

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  15. Oh, einen Jäger suche ich noch, der mir so tolles Wild mitbringt... Der Sauerbraten gefällt mir!
    LG Sylvia

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