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Sonntag, 18. Januar 2015

Typisch für .... Hildesheim

Vor einigen Jahren hat es das Mädel vom Niederrhein, welches zwischenzeitlich Wurzeln im Ruhrpott geschlagen hatte in den Süden Niedersachsens gezogen ... der Liebe wegen und so, ihr kennt das ja ;o)

Dieses wunderschöne Städtchen namens Hildesheim im Süden Niedersachsens, ca. 30 Kilometer südlich von Hannover, hatte sofort mein Herz gewonnen. So viel Geschichte, so schöne alte Fachwerkbauten, so viel tolle Landschaft drum herum ... einfach phantastisch! Die Stadt mit dem tausendjährigen Rosenstock, beherbergt mit der St. Andreaskirche nicht nur den höchsten Kirchturm Niedersachsens (364 Stufen ... heftig, aber die Aussicht ist einmalig <3), sondern hat mit dem Himmelsthürer Weihnachtspostamt auch eine direkte Leitung zum Weihnachtsmann!

Mit dem Hildesheimer Dom und der evangelisch-lutherischen St. Michaeliskirche (schaut mal auf die 2€-Münzen vom letzten Jahr) findet man auch 2 Weltkulturerbestätten entlang der Hildesheimer Rosenroute. Die Rosenroute ist nach dem Wahrzeichen der Stadt benannt, dem tausendjährigen Rosenstock im Innenhof des Doms, und führt Besucher entlang der Sehenswürdigkeiten durch die Stadtgeschichte. An jeder Ecke findet man ein Gebäude mit Geschichte, eine Sage weht um die Ecke oder man schlendert ganz fasziniert durch die erhaltenen Fachwerkgassen der 'Neustadt'. <3


Hildesheim - Marktplatz, Rosenroute, Zuckerhut, Kehrwiederturm


Und so komme ich nicht nur im Herzen nach und nach hier an, sondern kulinarisch geht es auch langsam voran :o) Hier gibt es neben dem Hild-Pils noch so vieles mehr zu entdecken: Den Calenberger Pfannenschlag, die Bregenwurst zum Braunkohl, der Lockstedter (*örks* einmal und nie wieder), die Schmalzküchlein auf dem Weihnachtsmarkt und sogar der Schnibbelbohneneintopf mit Pfannkuchen soll hier erfunden worden sein.

Auch findet man in der Stadt und im Landkreis viele neuere Genussmittel, wie z.B. verschiedene Biersorten die hier in Handarbeit gebraut werden, dem Hildesheimer Rahmfladen auf den Märkten, und bei meinem Biohof des Vertrauens konnte ich die Tage 'Sorsumer Hörnchen' erstehen, die Hildesheimer Variante der bekannten Bamberger Hörnchen.

Aber so richtig historisch von hier ist wohl der Hildesheimer Pumpernickel. Nein, liebe Westfalen, hiermit ist NICHT das dunkle Vollkornbrot gemeint, sondern ein ziemlich hartes Mandelgebäck, was an eine Mischung aus Cantuccini und Lebkuchen erinnert. Und trotzdem ich es noch nie gesehen, geschweige denn gegessen habe, fiel es mir sofort ein, als ich von dem 'Typisch für ...' Blogevent von Kebo Homing las. Diesen Monat dreht sich nämlich alles um 'Typisch für deine Stadt/Region'. So entstanden in meiner (Hildesheimer) Küche zwei Varianten des bekannten Pumpernickels ... eben typisch für Hildesheim :oD

Hildesheimer Pumpernickel


Hildesheimer Pumpernickel

Zutaten für 1 Blech:
60 g Butter
250 g Zucker
2 Eier
250 g Mehl
4 g Backpulver
1/4 TL gem. Zimt
2 Msp. gem. Nelken
50 g gemahlene Mandeln

optional:
4 TL Backkakao
40 g gehackte Mandeln

Glasur:
1 Eigelb
1 EL Milch

Zuerst wird die weiche Butter gründlich mit dem Zucker verrührt. Ich nehme dafür den K-Haken meiner Küchenmaschine, jeder handelsübliche Handmixer sollte es aber auch tun. Jetzt werden nach und nach die restlichen Zutaten hinzu gegeben. Für die zweite Variante fügt man noch Backkakao und gehackte Mandeln hinzu.

Jetzt kommt der Teig für eine halbe Stunde in den Kühlschrank, während man den Backofen auf ca. 180°C vorheizt. Den Teig unterteilt man nun in 3 Portionen, die erst zu einem Backblech-langen Strang geformt werden und dann auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech 0,5 bis 1 cm dick platt gedrückt werden. Für die Glasur verquirlt man ein Eigelb mit der Milch und streicht es vor dem backen auf den Pumpernickel. 

So kommt das Gebäck nun für 20 bis 25 Minuten in den Ofen, wo es ehr Trocknen als Backen soll. Das heißt, dass der Pumpernickel an den Rändern nicht braun werden soll. Zur Not muss dafür die Temperatur herunter geschaltet werden oder das Gebäck mit ein wenig Alufolie geschützt werden. Direkt nach dem Backen muss man den Pumpernickel schneiden, da er dann noch weich und schneidbar ist. Beim Auskühlen verwandelt er sich dann in das feste Mandelgebäck, was hier als Hildesheimer Pumpernickel bekannt ist.


Hildesheimer Pumpernickel


Anmerkung:



  • Viele Quellen zum Pumpernickel gibt es nicht, ich habe dieses hier gewählt, da das Rezept aus unserer Stadtpostille (die älteste Tageszeitung Deutschlands) keine Butter enthielt. Da dieses aber Kakao für die Farbe erwähnte, habe ich einfach 2 Varianten gezaubert ... schmecken beide super!
  • Auch wird sich darüber gestritten, ob die Glasur VOR oder NACH dem Backen auf den Pumpernickel gestrichen wird.
  • Am knusprigsten ist das Gebäck, wenn es frisch ist. Daher sollte es schnell aufgegessen werden, oder in einer luftdichten Box aufbewahrt werden.
  • Zur Form des Pumpernickels habe ich auch verschieden Angaben gefunden. Von dem hier gewählten Cantuccini-Schnitt bis zur Riesen-Raute war alles dabei. Ich werde mich hier mal auf die Suche machen und dann über den Hildesheimer Pumpernickel in freier Wildbahn berichten ;o)


Nur kurz zu den Bildern: 

  1. Hildesheim vom Bismarkturm auf dem Galgenberg bei schönstem Herbstwetter. Allein über dieses Bild könnte ich stundenlang erzählen :oD
  2. Der historische Marktplatz, nach der völligen Zerstörung - 3 Wochen vor Kriegsende - zum Glück wieder originalgetreu aufgebaut .
  3. Keramik-Kacheln im Pflaster, die den Besuchern den Weg auf der Rosenroute weisen.
  4. Der Kehrwiederturm in der Neustadt, der letzte Turm der Stadtbefestigung. Auch hier gibt es eine wunderschöne Sage zur Namensgebung.
  5. Der 'umgestülpte Zuckerhut' vor imposanter Kulisse, nämlich dem Kirchturm der St. Andreaskirche.
  6. Und zu guter Letzt eine Abbildung Hildesheims um 1640, diese findet man - ganz unscheinbar - mitten in der Fußgängerzone.


9 Kommentare

  1. Liebe Klaudia,
    also mich hast Du mit Bildern und Rezept schon überzeugt, ich werde diese kleinen Teilchen bestimmt nach backen :-)
    Schön, dass du mit dabei bist, vielleicht ja auch im Februar wieder, würde mich sehr freuen.
    Liebe Grüße aus Südtirol,
    Kebo

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    1. Hallöchen :)

      Bei so einem tollen Thema hab ich doch gern mitgemacht! Und für Februar steht auch schon etwas auf meiner Liste ;)

      Ganz ❤-liche Grüße
      Klaudia

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  2. Liebe Klaudia,
    jetzt hast du mir ein großes Schmunzeln ins Gesicht gezaubert! Hildesheim!! Ich habe ganze 4,5 Jahre in Hildesheim verbracht, zum Studium habe ich dort gelebt. Mir kommt alles sehr bekannt vor, obwohl ich nun schon 11 Jahre nicht mehr dort war. Danke für die schönen Erinnerungen!
    Einen schönen Blog hast du! Da bleib ich gern länger hier uns schau öfters vorbei!
    Ich habe auch bei Kebo mitgemacht - vielleicht magst du mal vorbeischauen? Ich würde mich doll freuen.

    Hab einen schönen Abend und morgen einen guten Start in die neue Woche
    Nadja

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    1. Moin Nadja,

      das ist schön wenn ich mit meinem Blogpost Erinnerungen wecken konnte :) Ich denke, dass es mich mit meiner neuen Heimat hätte deutlich schlechter treffen können!

      Danke fürs liebe Kompliment *rotwerd* Dann werd ich gleich mal einen Ausflug zu Dir machen ;)

      Ganz ❤-liche Grüße
      Klaudia

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  3. Pumpernickel kannte ich bis jetzt nur anders. So hört sich das voll lecker an. Hildesheim scheint eine Reise wert zu sein.
    Liebe Grüße
    Gusta

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    1. Hehe, wirklich komisch dass dieses Gebäck auch Pumpernickel heißt, es sieht dem 'Original' ja noch nicht mal ähnlich :D

      Ganz ❤-liche Grüße
      Klaudia

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  4. Moin Klaudia,
    danke dir für das Rezept - das muss ich mir für die nächste Adventszeit merken.
    Hildesheim ist wirklich eine schöne Stadt, vor Ewigkeiten war ich mal da in der Jugendherberge auf dem Berg.
    LG aus dem Norden

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    1. Überraschenderweise wird der Pumpernickel hier wohl das ganze Jahr verkauft, aber ich bin auch ehr der Plätzchen-in-der-Weihnachtszeit-Typ. Wobei ... mit so wenig Zimt könnte es sogar das perfekte Tee- Gebäck sein.

      Ja, die Jugendherberge ist oben links auf dem Panoramabild zu sehen ... von da hat man bestimmt auch einen tollen Blick auf Hildesheim :)

      Ganz ❤-liche Grüße
      Klaudia

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  5. Hallo Klaudia,
    nun hast du mir Heimweh gemacht. Ich bin ein alter Hildesheimer und lebe nun in Canada. Ich suchte nach dem Pumpernickelrezept, Danke. Kam so auf diese Seite und sah die Fotos. Danke fuer alles. Livi

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