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Sonntag, 11. Mai 2014

Schweinebraten a la Mama

Heut ist ein Tag, an dem wir bewusst das tun, was wir eigentlich das ganze Jahr machen sollten ... die Mütter dieser Welt feiern! Und die Eigene darf man natürlich auch nicht vergessen :oD

Blumen für Muttertag

Ich habe meiner Mutter sehr viel zu verdanken, und zwar nicht nur, dass sich größtenteils ihre Gene durchgesetzt haben (Ausnahmen sind Füße und Hände, das mit der Nase entscheidet sich in den nächsten 2 bis 3 Jahren ;o) ), sondern sie ist auch dafür verantwortlich dass ich so gerne in der Küche stehe und vor mich hin werkle! Die Leidenschaft für gut gemachtes Essen, das Geniessen des Einfachen und das Immer-bemüht-sein die Familie gut zu umsorgen habe ich sicherlich von ihr ... Danke :o*

Sobald ich ein Messer halten konnte (und durfte) war ich für das Schneiden des Gemüses und Obstes zuständig. Anfangs bestand mein Repertoire nur aus Gurken und Tomaten, doch mit der Zeit baute ich mein Handwerk immer mehr aus und kann heutzutage auch Orangen im Schlaf filetieren. Lange dauerte es dann nicht mehr, bis ich auch die Nase in die Töpfe steckte (quasi nach dem Motto: 'Mittendrin statt nur dabei!') ... wie kann man auch anderes bei einer Mutter die Tag für Tag die leckersten Gerichte in den Töpfen zauberte. Ohne die vielen leckeren Gerichte meiner Mama wäre der Blog ziemlich leer ;o)

Und kennt ihr das? Irgendwann kommt der Punkt, da kochen Mütter nicht mehr für einen? Da denken sie, dass man alt genug ist, nicht mehr zuhause wohnt und sie dir wohl genug beigebracht haben ... genug, dass Du sie bekochen kannst. Meine Mutter genießt es, wenn das verschollene Kind mal wieder zuhause ist (denn das kommt nicht häufig vor) und mit ihr den Kochlöffel schwingt ... so sehr, dass sie sich (meist unbemerkt) ehr bekochen lässt als mit am Herd zu stehen ;o) Ich liebe es in der Küche meiner Mutter zu werkeln, meine Mama rödelt nebenher, der Schwiegersohn sitzt meist als Schnippel-Helfer mit am Tisch, und man quatscht einfach nur <3

Und zum heutigen Muttertag gibt es daher ein Gericht, was ich nur so von meiner Mama kenne, dessen Sößchen mein Vater liebt (ja, ich auch) und mein Bruder und ich uns in unserer Kindheit um das 'Besondere' gezankt haben ... Mamas Krustenbraten! Original mit Kartoffeln und Erbsen&Möhren aus der Dose. Vielleicht nicht passend zur Jahreszeit, zum Wetter aber auf jeden Fall!

P.S.: Mama, ich hab Dich lieb!

Schweinebraten a la Mama


Schweinebraten a la Mama zum Muttertag

Zutaten:
1 Schweinebraten mit Schwarte
Salz
Pfeffer
1 Bund Suppengrün
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Wasser/Brühe

1 Schuss Sahne
1 Schuss Cognac

Die Schwarte des Bratens schneidet meine Mutter mit einem scharfen Messer (Tipp: Cuttermesser) rautenförmig ein, dabei vorsichtig sein und nicht in das Fleisch schneiden. Nun legt sie die Schwarte für etwa 2 Stunden ins Wasser, auch hier gilt wieder -> nicht das Fleisch! In der Zwischenzeit schält man (bei meiner Mutter ist das Küchen-Assistent des Tages, also mein Vater) das Suppengemüse und die Zwiebel und schneidet es in daumendicke Stücke. Der Knoblauch wird einfach nur gepellt. Der Backofen wird auf 200°C vorgeheizt.

Ist die Schwarte schön weiß, reibt sie den Schweinebraten rund herum gut mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Meersalz ein. In einem (schweren) Bräter lässt sie nun Butterschmalz schmelzen und brät das Fleisch von allen Seiten scharf an (hier ist das Motto jedoch: Nicht die Schwarte!). Das Fleisch nimmt sie dann wieder heraus und röstet in dem Bräter das Gemüse ordentlich an. Zum Schluss kommt das Fleisch auf das Gemüse und alles wird mit dem Wasser und der Brühe angegossen, so dass das Gemüse gut bedeckt ist. 

Den Bräter stellt sie nun ohne Deckel in den Backofen und gart das Fleisch je nach Gewicht (siehe Anmerkungen). Ist der Braten fast gar, mischt sie einen halben Teelöffel Salz mit 2 EL Wasser oder dem Bratenfond, bestreicht die Schwarte damit und dreht den Ofen auf 225°C hoch, damit die Kruste schön knusprig werden kann. So darf der Braten nochmals 20 bis 30 Minuten 'aufknuspern', bevor er aus dem Topf genommen wird und bis auf die Schwarte in Alufolie eingewickelt wird. 

Während der Braten ruht bereitet Mama das 'Sößchen' zu. Der Bratenfond wird dazu durch ein Sieb in einen kleinen Topf gegossen und das Gemüse vorsichtig durch das Sieb in die Soße passiert (was hab ich das als Kind geliebt, jetzt pürier ich den Bratenfond mit dem Gemüse einfach mit dem Zauberstab). Das 'Sößchen' veredelt sie nun mit je einem Schuss Cognac (ich hör noch immer das Geklapper der Flaschen bei der Suche im Barfach meiner Eltern) und Sahne und schmeckt es mit Salz und Pfeffer ab. Das Sößchen wird nun einmal aufgekocht und muss kann mit Soßenbinder angedickt werden, aber das Pürieren des Gemüses ist meist schon ausreichend.

Wenn man den Krustenbraten nun aufgeschnitten hat, geht erstmal die Schlacht um das größte Stück Kruste los :o) Sobald man sich friedlich geeinig hat, serviert man den Schweinebraten mit Kartoffeln, Erbsen&Möhren und dem 'Sößchen', von dem der Vater natürlich das Meiste abbekommt ... wir "Kinder" knabbern da noch glücklich an der erbeuteten Kruste :oD

Schweinebraten a la Mama zum Muttertag

Anmerkung:
  • Garzeit des Fleisches: Grob kann man sagen, dass das Fleisch pro Kilo 1 Stunde im Ofen garen muss. Besser ist jedoch die Überwachung der Kerntemperatur, die zum Schluss bei ca. 80°C liegen sollte. Etwas drunter für saftiges, rosafarbenes Fleisch und wer sicher gehen will, sollte die 85°C anpeilen.
  • Menge des Fleisches: Ich hatte knapp 1,2 Kilo und hätte Pi mal Daumen gut 4 Personen davon satt gekriegt, daher würd ich großzügig mit 300 g pro Person rechnen ... vorrausgesetzt das Fleisch ist von guter Qualität und läuft während des Bratens nicht ein.
  • Nach einem Gang durch den Kräutergarten kann es auch mal passieren, dass ein Zweig Rosmarin und/oder Thymian in dem Bratenfond landet
  • Als Angießflüssigkeit kann man natürlich auch Bier nehmen, aber wie sich das geschmacklich mit dem Cognac verträgt kann ich nicht sagen

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