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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Polenta mit Römersalat und Speckdressing

In der Vorweihnachtszeit kann man ja nicht nur von Plätzchen und Braten leben, oder?

Naja, gehen tut das wohl schon, aber n bissel was an Appetit will man sich ja auch noch für die Feiertage lassen. Wir greifen in solchen Fällen gerne in die Salatschublade und genießen Gerichte wie dem feinen Herbstsalat (der auch im Winter hervorragend schmeckt) oder dem köstlichen Endiviensalat mit Hähnchen und Linsen nach Greenway36. 

Und da ich im Winter total auf solche lauwarmen Salate stehe, habe ich euch heute einen weiteren Klassiker aus dieser Schublade mitgebracht. Dieser tolle Salat ist nicht nur fix gemacht, sondern macht durch die warme Polenta auch so richtig glücklich 

Also ran an die Pötte und viel Freude mit dem Rezept!

Polenta mit Römersalat und Speckdressing




Zutaten für 2 Portionen:

100 g geräucherter Bauspeck
6 EL Olivenöl
4 EL Balsamico Bianco
1 Prise Zucker
300 ml Milch
1 Knoblauchzehe
1 Lorbeerblatt
70 g Instant-Polenta
70 g Parmesan oder Peccorino
2 kleinere Römersalatherzen

Den Speck in feine Streifen oder Würfel schneiden und mit 1 EL Olivenöl in einer Pfanne anbraten. Das Ganze löscht man mit dem Essig und 4 Esslöffeln Wasser ab und lässt es noch 1-2 Minuten ein wenig eindampfen,bevor man die Pfanne von der Herdplatte nimmt. Dann rührt man das restliche Olivenöl unter und schmeckt das Dressing mit Salz, Pfeffer und 1 Prise Zucker ab.

Die Milch lässt man nun mit 300 ml Wasser, der halbierten Knoblauchzehe, dem Lorbeerblatt und etwas Salz und Pfeffer aufkochen. Dann die Polenta unter Rühren hinein geben und bei mittlerer Hitze ca. 8-10 Minuten köcheln lassen. Dabei immer fleißig rühren, damit nichts anbrennt!

In der Zwischenzeit reibt man den Käse, putzt den Römersalat und schneidet ihn in Streifen. Ist die Polenta gar, nimmt man den Knoblauch und den Lorbeer raus und rührt die Hälfte des Käses unter. Nun gibt man die Polenta auf einen Teller, gibt die Salatstreifen  darauf und verteilt das Speckdressing großzügig über Salat und Polenta. Zum Schluss bestreut man das Ganze noch mit dem restlichen Käse und serviert es am besten sofort.




Notizen zum Rezept:
  • Da wir Saucen-Fans sind, habe ich die Menge des Dressings (zu Herr Herzchens Bedauern nicht die des Specks) verdoppelt ... wer also mag, kann natürlich nur die Hälfte des Dressings zubereiten 😉
  • Inspiriert durch *klick*

Donnerstag, 10. November 2016

Wir retten den Sonntagsbraten - Wildsauerbraten

Wie schnell die Zeit vergeht ...

Vor nicht mal 2 Monaten hatten wir noch einen hochsommerlichen September mit Temperaturen um die 30°C und nun fallen draußen schon die ersten Schneeflocken und der Kamin knistert fröhlich vor sich hin! Man sitzt eingekuschelt auf dem Sofa und im Backofen schmurgelt der erste Sonntagsbraten ... hach. Und als wenn wir den Wintereinbruch geahnt hätten, rettet die Rettungstruppe rund um Sina und Susi heute den Sonntagbraten vor der Tütchenindustrie. 

Da gibt es tatsächlich Fix&Co für Braten aller Art! Für mich total unverständlich, denn den Braten muss man ja so oder so kaufen und auch braten ... wobei ich auch schon von komplett fertigen Braten gelesen habe :o( Und die paar Zutaten, die ein köstlicher Sonntagsbraten dann noch braucht, hat man ja meist eh irgendwie im Hause. Also Finger weg von Tütchen mit Geschmacksverstärkern, Zucker und sonstigen Zusätzen! 

Ein Klassiker, den es in jeglicher Form zu kaufen gibt ist wohl der Rinder-Sauerbraten. Dank meines Jäger-Papas habe ich euch zum heutigen Rettungstage nun die Feiertags-Version eines Sauerbratens mitgebracht, nämlich einen Sauerbraten aus Wildfleisch. Mit ordentlich Rotwein und Rübenkraut 

Wildsauerbraten




Zutaten für 2-3 Personen:

500 g schieres Wildfleisch von Reh oder Wildschwein

Für die Marinade:
1 kleine Möhre
50 g Sellerie
1 Zwiebel
1 Flasche Rotwein
50 ml Rotweinessig
1 TL Pfefferkörner schwarz
1 TL Senfkörner
1 TL Wacholder
1 Lorbeerblätter
1 Nelke
1 Zweig Thymian
1 Knoblauchzehen

Für die Sauce:
1 EL Butterschmalz
1 geh. TL Tomatenmark
1 EL Rübenkraut (Grafschafter Goldsaft)
1 EL Apfelkraut
1 Scheibe Schwarzbrot
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Wie bei Sauerbraten üblich, muss das Stück Fleisch einige Tage in Essig-Lake marinieren. Als Faustregel gilt hierbei, dass die Marinade ca. 1 cm pro Tag in das Fleisch eindringt ... wer also einen 10 cm dicken Braten vor sich liegen hat, sollte ihn mindestens (!) 5 Tage durchziehen lassen. 

Für die Marinade putze und würfel ich die Möhre, den Sellerie und die Zwiebel und gebe sie mit den restlichen Zutaten zu dem Fleisch in einen verschließbaren Behälter. Mit der Marinade bedeckt darf der Braten nun im Kühlschrank marinieren.

Am Zubereitungstag nehme ich das Fleisch aus der Marinade. Die Marinade gieße ich durch ein Sieb und fange dabei den Rotweinsud auf, ebenso wird das Gemüse im Sieb aufgehoben. Das Fleisch wird nun abgetupft und rundherum mit Salz und Pfeffer aus der Mühle gewürzt.

In einem schweren Topf erhitze ich dann das Butterschmalz und brate das Stück Fleisch scharf darin an. Danach entnehme ich das Fleisch und röste das aufgefangene Gemüse im Bratensud gut an. Das Ganze wird nun mit Tomatenmark, Rübenkraut und Apfenkraut 'abgeröstet' und nach und nach mit der aufgefangenen Marinade abgelöscht. Zuletzt legt man die Scheibe Schwarzbrot und den Braten wieder in die zukünftige Sauce

Den Braten kann man nun unterschiedlich garen; im Backofen oder auf dem Herd. Auf dem Herd lässt man den Braten 1 1/2 bis 2 Stunden im geschlossenen Topf auf niedriger bis mittlerer Hitze bruzzeln. Beim Garen im Backofen, heizt man den Backofen auf 180°C (O/U), 160°C Umluft vor und brät den Sauerbraten ca. 2 Stunden im Topf mit Deckel. Bei beiden Garmethoden empfehle ich den Braten hin und wieder in der Soße zu wenden und wenn die Sauce zu dick wird einfach einen Schluck Wasser nachzugießen.

Ist das Fleisch dann gar, dh kurz vor dem Auseinanderfallen, nimmt man es aus der Soße und stellt es zum Warmhalten in den Backofen. Die Soße gieße ich durch ein Sieb um alle groben Stückchen zu entfernen. Den Inhalt des Siebes drücke ich dann ordentlich durch das Sieb und gieße noch etwas Wasser drüber, so dass auch ja nichts der köstlichen Sauce verschwendet wird. Die Sauce gebe ich wieder in den Topf und lasse sie noch einmal aufkochen. Ist die Sauce zu flüssig, kann man sie noch ein wenig einkochen lassen oder mit etwas Stärke andicken ... bei mir ist die Sauce immer schon so dick, dass ich auf das Anducken verzichten kann.

Den Sauerbraten serviere ich dann ganz klassisch mit Knödeln und Apfelmus 




Notizen zum Rezept:

  • Selbstgemachte Knödel sind nicht nur super-lecker, sondern auch ganz einfach gemacht! Hier ein kurzes Rezept: Geschälte Kartoffeln (am besten mehlig kochende Kartoffeln) mit etwas Salz kochen und dann direkt durch eine Presse drücken. Abkühlen lassen. Die Kartoffelmasse in der Schüssel vierteln und ein Viertel herausheben, bzw auf die anderen 3/4 legen. Das so entstandene Loch mit Kartoffelstärke auffüllen. 1 Ei und etwas Salz hinzu geben und alles gut vermengen. Die Masse sollte nicht mehr kleben, wenn doch: noch etwas Kartoffelmehl hinzu geben. Aus dieser Masse können dann die Knödel geformt werden und in heißem, nicht mehr kochenden Wasser ca. 20 Minuten gegart werden.
  • Apfelmus selbermachen ist übrigens auch kein Hexenwerk ;o) Geputzte, geschälte und gewürfelte Äpfel mit einem Schluck Wasser unter Rühren im Topf so lange bei mittlerer Hitze schmurgeln lassen bis die Äpfel weich und zerfallen sind. Je nach Süße der Äpfel kann/muss man noch etwas Zucker hinzu geben. Einfach, oder? Das Apfelmus kann man dann natürlich noch fein pürieren, wir mögen die gröbere Variante aber lieber ;o)




Und da sind noch so viel mehr köstliche Braten, denn die Rettungstruppe von #wirrettenwaszurettenist war wieder am Werke und hat jede Menge tolle Bratenrezepte ohne Fix und Co. für euch gezaubert. Schaut mal vorbei, ich kriege beim bloßen Lesen schon richtig Lust auf einen Sonntagsbraten :o)

Pane-Bistecca - Schulter Steak Braten mit Kruste

Prostmahlzeit - Gebratener Schweinebauch

Giftigeblonde - Bio Rindsbraten mit Rotweinsauce

Summsis Hobbyküche - Sauerbraten

Leberkassemmel und mehr - Krustenbraten mit Speckknödel

magentratzerl - Rinderschmorbraten mit Balsamicosauce und Kartoffelknödeln

kebo homing - Truthahnbraten “all in one”

lieberlecker - Rindsbraten mit Biersauce

Friederike Fliederbaum - Husarenbraten

Brotwein - Schweinebauch aus dem Ofen

Anna Antonia - Herzensangelegenheiten: eine Art Brasato al Barolo (Rehkeule in Rotwein) 

Genial lecker - Entenbraten

Auchwas - Schinkenbraten in Apfelmost-Sauce

Unser Meating - Rinderbraten mit Bratapfelkruste



Freitag, 21. Oktober 2016

Apfelkuchenliebe

Ich bin schon voll im Herbstmodus, ihr auch?

Nass und kalt hängt der Nebel mittlerweile in den Feldern, die geliebte Winterjacke kann endlich wieder ausgeführt werden und auch die Nachkoch-Liste hat aktuell einen deutlichen Herbst-Einschlag. Hach, ich liebe den Herbst! Allein der Duft von Kaminfeuer hier auf dem Land lässt einen von heißer Schoki träumen ;o)

DAS Obst des Früh-Herbstes ist für mich eindeutig der Apfel. Vom wärmenden Apfelkompott als Medizin für Schietwetter bis zum köstlichen Apfelkuchen mit einem riesigen Klatsch Sahne ... ♥ Bei meinen Eltern im Garten steht seit Ewigkeiten der beste Apfelbaum von allen, denn seine Äpfel eigenen sich nicht nur für Apfelpfannkuchen, Apfelmus und Apfelspalten, sondern sind auch die perfekten Äpfel für einen saftigen Apfelkuchen.

So einen saftigen Apfelkuchen habe ich euch heute mitgebracht. Und nicht nur saftig und mordsschick ist der heutige Kuchen, sondern - ganz wichtig - so richtig lecker! Aber seht selbst ...

Feiner Apfelkuchen



Zutaten für eine 26er Springform:
750 g Äpfel

125 g Butter
125 g Zucker
Mark einer Vanilleschote
1 Prise Salz
abgeriebene Schale einer 1/2 Zitrone
3 Eier
200 g Dinkelmehl 630
2 gestr. TL Backpulver
2 EL Milch

25g zerlassene Butter

2 EL Aprikosenkonfitüre
1 EL Wasser
Puderzucker

Für den Belag schält man die Äpfel, viertelt und entkernt sie. Danach werden die Äpfel der Länge nach ein paar Mal eingeritzt.

Für den Teig rührt man zuerst die Butter cremig und gibt dann unter Rühren schrittweise Zucker, Vanillemark, Salz und Zitronenschale hinzu. Nun gibt man die Eier nach und nach zum Teig und rührt jedes Ei ca. 30 Sekunden unter. Das Mehl mischt man mit dem Backpulver und rührt es - ebenso wie die Milch - kurz auf mittlerer Stufe unter den Teig.

Den fertigen Teig gibt man nun in eine gefettete Springform - ich spanne über den Boden gerne noch Backpapier - und legt die Apfelviertel dekorativ auf den Teig. Mit der zerlassenen Butter bestreicht man großzügig die Apfelviertel, bevor der Kuchen nun für ca. 45 Minuten in den auf 180°C vorgeheizten Backofen geschoben wird.

Ist der Kuchen fast fertig, streicht man die Aprikosenmarmelade durch ein Sieb und kocht sie mit dem Wasser in einem Topf kurz auf. Der Kuchen wird sofort nach dem Backen damit bestrichen. Ist der Kuchen ausgekühlt, bestäubt man ihn noch großzügig mit Puderzucker und serviert ihn mit einer ordentlichen Portion Sahne 


Omas altes Kochbuch


Notizen zum Rezept:

  • Das Kuchenrezept scheint der Dr. Oetker-Klassiker schlechthin zu sein :oD Denn nachdem ich das Rezept von einer Freundin bekam - aus einem Dr. Oetker-Backbuch - wurde ich auch in meinen Backbüchern fündig, sogar Omas altes Rezeptheft aus dem Jahr 1939 (für 1,35 DM) kannte schon das Rezept für den 'Feinen Apfelkuchen'. Dies ist hier meine Version, ganz ohne künstliche Aromen, dafür mit Dinkelmehl.
  • Der Kuchen ist so saftig, dass er auch gern 1-2 Tage im Voraus gebacken werden kann.
  • Es geht natürlich auch ohne das Aprikotieren der Äpfel ... wie man auf dem Foto sieht ;o) Da wir kaum Marmelade essen, lohnt es hier nicht für 2 EL ein ganzes Glas zu öffnen.
  • Pssst ... für Kirschfans: ersetzt einfach mal die Äpfel durch Sauerkirschen ;o) (600 g frische, oder 350 g aus dem Glas)
  • Wenn sich die Weihnachtszeit nähert, kommen auch gerne mal Rosinen ins Spiel. Entweder im Teig, oder einfach über die Äpfel gestreut verbreiten sie schnell vorweihnachtliche Düfte.


Feiner Apfelkuchen aus Dinkelmehl